Ladungssicherung: Die häufigsten Fehler beim Einsatz von Umreifungsband

Die häufigsten Fehler beim Einsatz von Umreifungsband

Bei der Ladungssicherung ist es schlichtweg unverzichtbar: das Umreifungsband. Doch Umreifungsband ist nicht gleich Umreifungsband – auf die richtige Wahl kommt es an! Denn das falsche Band und ein unsachgemäßer Gebrauch können nicht nur hohe Kosten nach sich ziehen, sondern auch eine hohe Gefahrenquelle darstellen. Wir verraten Ihnen die häufigsten Fehler bei der Ladungssicherung mit Umreifungsband, die sich in der Praxis einfach vermeiden lassen.

1. Falsche Materialwahl

Umreifungsbänder werden aus unterschiedlichen Materialien angeboten. Ob Kunststoff, Textil oder Stahl, jeder Bandtyp besitzt seine individuellen Vor- und Nachteile (siehe Tabelle). Um eine zuverlässige Ladungssicherung zu gewährleisten, sollte die Bandauswahl daher unter Berücksichtigung der jeweiligen Anforderungen erfolgen, welche das zu sichernde Packgut an die Umreifung stellt (z. B. Langzeiteinsatz durch Einlagerung oder Export).

Spezifikationen
PP-Band
PET-Band
Textilband
Stahlband
Reißfestigkeit
gering
mittel
hoch
sehr hoch
max. Bruchlast
480 kg
1.700 kg
2.000 kg
3.000 kg
Spannungsverlust
mittel
gering
gering
sehr gering
Anwendungsbereiche    
Kartonverschluss
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
Bündelung
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
Palettensicherung
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
Langzeiteinsatz
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignetPH ICON Gelb bedingt geeignet*
empfindliche Oberflächen
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
extreme Temperaturen
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Gruen geeignet
schrumpfende Güter
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Gruen geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
scharfkantige Güter
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
PH ICON Gruen geeignet
* bei Langzeiteinsatz unter Feuchtigkeitseinfluss (Seetransport) besteht Korrosionsgefahr
PH ICON Gruen geeignet
geeignet
PH ICON Gelb bedingt geeignet
bedingt geeignet
PH ICON Rot nicht geeignet
nicht geeignet

Hier finden Sie alle Umreifungsbänder und weitere Produkte der Kategorie Umreifungssysteme.

2. Unzureichende oder zu hohe Reißfestigkeit

Wesentliches Kriterium bei der Bandauswahl ist die Reißfestigkeit. Ist diese zu gering, droht das Umreifungsband zu reißen. Liegt sie deutlich über dem erforderlichen Maß, entstehen wiederum unnötige Mehrkosten – denn mit zunehmender Reißfestigkeit steigt auch der Preis. Die Wahl eines Umreifungsbandes mit einer bedarfsgerechten Reißfestigkeit gewährleistet also nicht nur eine zuverlässige Ladungssicherung, sondern senkt gleichzeitig auch die Kosten.

3. Manuelle Verarbeitung von PET-Umreifungband

Praktisch ist es zwar möglich, PET-Umreifungsbänder mit manuellen Geräten und Verschlusshülsen zu verarbeiten, allerdings wird auf diese Weise kein Gebrauch von der hohen Dehnfähigkeit des Bandes gemacht. Beim Umreifen mit einem halb- oder vollautomatischen Umreifungsgerät wird dagegen das PET-Band automatisch gespannt und anschließend verschweißt. Im Vergleich fallen bei der Nutzung eines manuellen Gerätes der Materialbedarf und die Kosten pro Umreifung höher aus. Das heißt: Die Verarbeitung von PET-Umreifungsband sollte vorzugsweise halb- oder vollautomatisch erfolgen, um das Potenzial des Bandes voll ausschöpfen zu können. Wer manuelle Umreifungsgeräte und Verschlusshülsen einsetzt, sollte dagegen auf PP- oder textile Umreifungsbänder zurückgreifen.

4. Falscher Verschluss

Schwachpunkt jeder Umreifung ist der Verschluss. Band und Verschluss sollten daher stets aufeinander abgestimmt werden. So macht es z. B. wenig Sinn, für ein Umreifungsband mit einer Reißfestigkeit bis 250 kg eine Kunststoffschnalle (maximale Bruchlast ca. 80 kg) zu verwenden, da diese vermutlich bereits beim Spannen brechen würde. Bei Schweißverschlüssen ist wiederum die Schweißzeit der jeweiligen Bandbreite und -dicke anzupassen, um eine zuverlässige Schweißnaht zu erhalten.

5. Fehlende Umreifung des Ladungsträgers

Um die Ware vor dem Verrutschen oder Kippen zu schützen, muss unbedingt auch die Palette in die Umreifung mit eingeschlossen werden. Hierfür ist eine zusätzliche vertikale Sicherung erforderlich, bei der das Umreifungsband unter dem Ladungsträger hindurchgeführt wird. Palette und Packgut werden so zu einer sicheren Ladeeinheit verbunden.

6. Gleiche Abmessungen ≠ gleiche Reißfestigkeit

Umreifungsband aus Kunststoff ist sowohl in glatter als auch geprägter Ausführung erhältlich. Je tiefer die Prägung, desto geringer der Materialeinsatz und folglich auch die Kosten. Allerdings sinkt mit zunehmender Prägetiefe auch die Reißfestigkeit des Bandes. Selbst Umreifungsbänder gleicher Abmessung können also – abhängig von ihrer jeweiligen Prägung – ganz unterschiedliche Reißfestigkeiten aufweisen.

7. Fehlender Kantenschutz

Beim Spannen eines Umreifungsbandes werden insbesondere die Packgutkanten belastet. Waren mit empfindlichen Ecken und Kanten sollten daher vor der Umreifung mit Kantenschutzleisten oder -winkeln versehen werden. Diese verteilen den punktuellen Druck der Umreifung und beugen so Druckspuren und anderweitigen Beschädigungen vor. Hier finden Sie unsere Kantenschutzleisten.

Wie Sie sehen, sind die aufgeführten Fehler allesamt leicht vermeidbar. Es bedarf nur etwas Aufmerksamkeit sowie einer gründlichen Einweisung in die einzelnen Umreifungssysteme. Werden diese einfachen Regeln beachtet, steht einer zuverlässigen Ladungssicherung mit Umreifungsband nichts mehr im Wege.

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