Wellpappe – Ausführungen, Wellenarten und Qualitäten

Wellpappe ist ein unentbehrliches Hilfsmittel in der modernen Logistik. Dank ihrer Stabilität und Vielseitigkeit, umweltschonender Herstellung, geringem Eigengewicht und günstigen Anschaffungskosten zählt Wellpappe zu den führenden Verpackungsmaterialien weltweit. Doch Wellpappe ist nicht gleich Wellpappe – eine breite Auswahl verschiedenster Wellenarten, Ausführungen und Qualitäten stellt den Verbraucher vor die Qual der Wahl. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick.

Die perfekte Welle

Querschnittform einer Sinuswelle

 

Die Welle ist nicht nur charakteristisches Merkmal, sondern auch für die funktionalen Eigenschaften der Wellpappe verantwortlich. So verleiht eine Welle mit hoher Steifigkeit der Wellpappe außerordentliche Stabilität und stoßdämpfende Wirkung. Entscheidend für ihre Festigkeit ist die Form des Wellenbogens, vergleichbar mit einem tragenden Rundbogen in der Architektur. Die Wellenform wird durch zwei Größen – die Wellenteilung „t“ und die Wellenhöhe „h“ – gekennzeichnet. Die Wellenteilung beschreibt den waagerechten Abstand zwischen zwei Wellentälern, die Wellenhöhe gibt den senkrechten Abstand von Scheitelpunkt zu Scheitelpunkt einer Welle wieder.

 

Grundsätzlich gilt: Je kleiner Wellenteilung und -höhe, desto geringer auch die Stapelfähigkeit und Pufferwirkung der Wellpappe.
Die geläufigsten Wellenarten unterscheiden sich wie folgt:

WellenartBeschreibung (nicht genormt)Wellenteilung (in mm)Wellenhöhe (in mm)
GGrafikwelle≤ 1,8≤ 0,55
FMiniwelle1,9 bis 2,60,6 bis 0,9
EFeinstwelle / Mikrowelle3,0 bis 3,51,0 bis 1,8
DFeinwelle3,8 bis 4,81,9 bis 2,1
BFeinwelle5,5 bis 6,52,2 bis 3,0
CMittelwelle6,8 bis 7,93,2 bis 3,9
AGrobwelle8,0 bis 9,54,0 bis 4,8
KMaxiwelle≥ 10,0≥ 5,0

Besonders wirksamen Schutz bieten die A- und C-Welle.
Diese werden bei hohen Anforderungen in mehrwelligen Ausführungen verwendet, beispielsweise für Großraum- oder Schwergutverpackungen.

Ein- und mehrwellige Ausführungen

Wellpappe besteht aus miteinander verklebten Wellen- und Deckenpapieren.

Die exakte Definition laut DIN 55468 liest sich wie folgt:
„Wellpappe ist Pappe aus einer oder mehreren Lagen eines gewellten Papiers, das zwischen mehrere Lagen eines anderen Papiers oder Kartons geklebt ist.“

Darüber hinaus gibt es auch einseitig beklebte Ausführungen, die sogenannte Rollenwellpappe. Selbst unbeklebte gewellte Papierbahnen werden im weiteren Sinne zu den Wellpappenarten gezählt.

Zeichnung Wellpappe offene welle
Einseitig beklebte Wellpappe, auch Rollenwellpappe genannt, besteht aus einem Deckenpapier und einer Wellenbahn (offene Welle).
Zeichnung Wellpappe 1 wellig
Einwellige Wellpappe setzt sich aus jeweils einer Außendecke, Wellenbahn und Innendecke zusammen.
Zeichnung Wellpappe 2 wellig
Zweiwellige Wellpappe entsteht, indem zwei einseitige Wellenbahnen miteinander verklebt und anschließend mit einem Deckenpapier kaschiert werden.
Zeichnung Wellpappe 3 wellig
Dreiwellige Wellpappe besteht aus drei einseitigen, miteinander verklebten Wellenbahnen, die mit einem Deckenpapier kaschiert werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei mehrwelligen Ausführungen sind auch Kombinationen verschiedener Wellenarten möglich.

Die passende Qualität erkennen

Die qualitativen Eigenschaften einer Wellpappe werden in einem Qualitätscode zusammengefasst. Dieser gibt sowohl Auskunft über die Wellenanzahl, Wellenart und mögliche Wellenkombinationen wie auch über die Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und den Kantenstauchwiderstand der jeweiligen Wellpappe. Mindestanforderungen an diese letztgenannten Gütemerkmale werden ebenfalls in der DIN 55468 definiert:

 SorteBerstfestigkeit (kPa)Durchstoßarbeit (J)Kantenstauchwiderstand (kN/m)
einwellig1.012,53,5
1.023,04,0
1.033,54,5
1.044,05,5
1.054,56,5
1.106003,03,5
1.208503,54,0
1.3011004,04,5
1.4013504,55,5
1.5016005,06,5
mehrwellig2.025,56,5
2.036,07,0
2.046,57,5
2.057,08,5
2.067,59,0
2.208506,06,5
2.3011006,57,0
2.4013507,58,0
2.5016008,59,0
2.6019009,59,0
2.70220010,59,5
2.9015,014,0
2.9118,016,0
2.9222,018,0
2.9527,021,0
2.9630,024,0
Anmerkung: Festigkeitswerte gelten nicht für Wellpappen nur aus Wellen D, E, F und G
Für einwellige Wellpappe in Wellenart B reduzieren sich die angegebenen Werte der Sorten um 10%

Nachfolgend ein Beispiel für die Aufschlüsselung eines solchen Qualitätscodes:

2.3 BC braun

2 – zweiwellige Ausführung
3 – Berstfestigkeit: 1.100 kPa; Durchstoßarbeit: 7,50 J; Kantenstauchwiderstand: 6,50 kN/m
BC – Kombination aus B- und C-Welle
braun – Farbe der Wellpappe

1 comment on “Wellpappe – Ausführungen, Wellenarten und QualitätenAdd yours →

  1. Hätte ich den Artikel vor meinem Kauf bei eBay gekannt, wäre der Fehlkauf der völlig ungeeigneten Umzugskartons vermieden worden.
    Für die Zukunft habe ich jetzt alle Informationen hier gefunden, um die richtige Wellpappe zu kaufen. Vielen Dank für diesen Artikel….8

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